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Unabhängiger Steiermärkischer Monitoringausschuss zur Überwachung der Umsetzung und Einhaltung des Übereinkommens über die Rechte von Menschen mit Behinderungen

Die Mitglieder des Steiermärkischen Monitoringausschusses:

Der unabhängige Steiermärkische Monitoringausschuss setzt sich, dem Gesetz entsprechend (§53 StBHG), aus 16 Mitgliedern/Ersatzmitgliedern zusammen. Was die Zusammensetzung dieses Ausschusses so einzigartig macht, ist sicher die Vielfältigkeit der Expertise:

  • zehn SelbstvertreterInnen mit unterschiedlichsten Behinderungen, wodurch sie selbst ständig mit dieser Thematik befasst sind (zum Beispiel Blindheit, chronische Erkrankung, Gehörlosigkeit, Lernbehinderung, Mobilitätsbehinderung, psychische Erkrankung),
  • vier VertreterInnen der wissenschaftlichen Lehre, die besonderes Fachwissen zur Thematik mit- und einbringen und
  • zwei Vertreterinnen aus der für die Angelegenheiten des Steiermärkischen Behindertengesetzes zuständigen Abteilung, die vor allem informationstechnisch, was die interne Struktur der Landesverwaltung betrifft, eine Unterstützung sind, jedoch kein Stimmrecht besitzen.

Wenn Sie gerne selbst als Mitglied/Ersatzmitglied im Steiermärkischen Monitoringausschuss vertreten sein möchten:

Wir suchen Menschen mit Behinderungen, die bereit sind aktiv mitzugestalten, die vor allem Zeit haben und wenn möglich auch zusätzlich Fachkompetenzen einbringen können. Der Steiermärkischer Monitoringausschuss braucht die Erfahrung von Menschen mit Behinderung, daher sind im Ausschuss insgesamt 10 Selbstvertreter/Selbstvertreterinnen (5 Mitglieder/5 Ersatzmitglieder) vertreten. Nur durch ihren Erfahrungshintergrund hat der Steiermärkischer Monitoringausschuss unmittelbaren Einblick in die unterschiedlichsten Bedürfnisse und Anforderungen von Menschen mit Behinderungen.

Die Nominierung der neuen SelbstvertreterInnen-Mitglieder wird entsprechend dem Gesetz durch einen SelbstvertreterInnen-Verein (gegenwärtig Selbstbestimmt Leben Steiermark) durchgeführt.

Wenn Sie einen geeigneten, qualifizierten Menschen mit Behinderung kennen, der sich für die ehrenamtliche Mitarbeit im Steiermärkischen Monitoringausschuss interessiert, dann können Sie uns eine Bewerbung schicken und wir werden diese bei der nächsten Nominierung berücksichtigen.

Die Vorsitzenden

Heinz Sailer & Günter Hönigsperger

Am 14.02.2018 wurde Herr Heinz Sailer zum Vorsitzenden und Herr Günter Hönigsperger zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Zu den Aufgaben der Vorsitzenden gehören unter anderem die formelle Leitung der Sitzungen, die Vertretung des Monitoringausschusses nach außen, die inhaltliche Leitung der Geschäftsstelle, Durchführung der Öffentlichkeitsarbeit etc  (§ 4 (2) Geschäftsordnung).

Die SelbstvertreterInnen

Die fünf von den Selbstvertretungsorganisationen zu nominierende Menschen mit Behinderung mit den Ersatzmitgliedern sind:

Michael Čulk; geb.: 1963

Mein „Geschenk“ zum 40. Geburtstag war eine relative hohe Querschnittslähmung nach einer unsanften Kollision Rad mit Auto. Meinen Beruf als Außendienstmitarbeiter der STGKK (GPLA-Prüfung) konnte ich danach nicht mehr ausüben. Dafür eröffnete sich für mich die Möglichkeit mein abgebrochenes Studium der Geschichte abzuschließen.

Seither habe ich versucht mich ein wenig für die Belange von MmB einzusetzen (Mitglied von SL Stmk, Mitglied des Fahrgastbeirats der Graz Linien, Teilnahme am jährlichen round table der Graz Linien, Teilnahme an den Sitzungen des Beirats der Stadt Graz für MmB).

Ich bin Teil einer Grätzlinitiative (Miteinander in Andritz), die sich der MigrantInnen in unserem Bezirk annimmt. Mein Beitrag ist es mit den AsylwerberInnen bzw auch jenen, die schon einen Aufenthaltstitel haben, Deutsch zu lernen.

Den Stmk Monitoringausschuss für MmB sehe ich aufgrund seiner Struktur und gesetzlichen Verankerung als wichtiges Begleitinstrument bzw Kontrollorgan für die Politik und Verwaltung in unserem Bundesland auf dem Weg zur Umsetzung der Grundsätze der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen an.

Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch viel zu tun!

© Mag. Michael Čulk

Schon lange beschäftigt mich das Thema Chancengleichheit und Inklusion.
Als ich mit 12 Jahren einen Verkehrsunfall hatte und ich von heute auf morgen mein komplettes
Leben neu ordnen musste, war ich mir wahrscheinlich noch gar nicht bewusst welche
Auswirkungen dieser Einschnitt in mein Leben haben wird.
Und heute ist es wichtiger denn je die Menschen darauf aufmerksam zu machen, dass es in
Ordnung ist, wenn wir alle „Gemeinsam verschieden sind“.
In einer inklusiven Gesellschaft hat ein „das ist voll behindert“ keinen Platz im Wortschatz der
Menschen. Es sollte einfach nicht mehr zwischen „behindert“ oder „nichtbehindert“
unterschieden werden.
Das große Ziel wäre es, im menschlichen Gedankengut zu manifestieren, dass jeder Mensch, egal
ob durchschnittlich oder mit einer Beeinträchtigung versehen, über ganz individuelle Fähigkeiten
verfügt, die dem großen Ganzen, nämlich einem friedvollen Zusammenleben der Menschen
dienen.
Inklusion bedeutet für mich persönlich, dass jeder Mensch ganz natürlich und ohne Vorbehalte
dazu gehört. Barrieren abbauen um Inklusion zu leben. Egal wie du aussiehst, welche Sprache du
sprichst oder ob du eine Behinderung oder Einschränkung hast. Jeder kann mitmachen und ist
willkommen. Wenn alle Menschen dabei sein können, ist es doch normal verschieden zu sein.
Jeder Mensch wird in seiner Art und seiner unverwechselbaren Persönlichkeit akzeptiert.
Menschen werden nicht auf ein einziges Merkmal reduziert, sondern mit all ihren Fähigkeiten
wahrgenommen.
Menschen sehen verschieden aus, verhalten sich anders und haben unterschiedliche Bedürfnisse
und Fähigkeiten. Behinderte Menschen tun sich oft bei Dingen schwer, die für andere Menschen
ganz selbstverständlich sind. Dafür haben sie andere Fähigkeiten und es gibt Bereiche, wo ihre
Behinderungen eine weniger große Rolle spielen.
Gemeinsam die Barrieren in den Köpfen vieler Menschen abbauen, die Haltungen ändern und
damit eine Gesellschaft schaffen, die für alle die gleichen Chancen gewährleistet.
In der Schule, in der Arbeit, im öffentlichen Verkehr – wir begegnen Menschen mit Behinderungen
in verschiedenen Bereichen. Trotzdem können wir uns oft nicht vorstellen, was es bedeutet, nicht
gehen, sprechen, sehen oder hören zu können. Deshalb ist der Kontakt mit Menschen mit
Behinderungen wichtig. Je besser wir sie kennen, desto besser können wir sie verstehen.
Wir sehen, wo ihre Schwierigkeiten sind und wo sie von unserer Gesellschaft behindert werden.
Wir lernen aber auch, Rücksicht zu nehmen und zu erkennen, welche Fähigkeiten in ihnen stecken.

@ Jovana Henschel

Foto und Text folgen

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Herr Hönigsperger arbeitet seit Jahrzehnten für und mit Menschen mit Behinderung. Er war Vize-Präsident vom ÖZIV, der zweitgrößten Behindertenvertretung in der Steiermark.

© Günter Hönigsperger

Ich, Tanja Kügerl habe die Handelsakademie Deutschlandsberg Ende Juni 2018 mit der Diplomreifeprüfung abgeschlossen. Im Oktober 2018 begann ich die Ausbildung zur Akademischen Peerberaterin an der FH Joanneum in Graz. Am 25. September 2020 beginne ich die Ausbildung zu Sozialarbeiterin an der FH Feldkirchen in Kärnten.
Während meiner Ausbildung zur Akademischen Peerberaterin absolvierte ich ein Praktikum in der Anwaltschaft für Menschen mit Behinderung, wo ich mich meine fachlich soziale Kompetenz bewies.
Da ich seit meiner Geburt an einer links betonten spastischen Tetraparese leide, lernte ich andere Kinder mit unterschiedlichsten Behinderungen kennen und erfuhr viel über ihre Beeinträchtigungen und wie diese sich auf das Leben der Kinder auswirkten.
Durch zahlreiche Therapien, Veranstaltungen und Operationen lernte ich immer mehr Menschen mit verschiedenen Behinderungen kennen. Heute kann ich sagen, dass ich Menschen mit Lernschwäche, mit Querschnittslähmung, andere Spastiker sowie Epileptiker zu meinen Freunden zählen darf und daher über die unterschiedlichsten Beeinträchtigungen von Menschen mit Behinderung Bescheid weiß.
Am wichtigsten ist mir, dass jede Person – unabhängig von Hautfarbe, Alter, Kultur, Behinderung oder Geschlecht – gleichberechtigt und respektvoll behandelt wird. Leider merkte ich in meinem Leben jedoch, dass das nur selten der Fall ist und noch ein langer Entwicklungsprozess in der Gesellschaft nötig ist, um wirklich die Gleichberechtigung und Gleichstellung von allen Menschen zu ermöglichen. Genau diesen Entwicklungsprozess möchte ich als Akademische-Peerberaterin und zukünftige Sozialarbeiterin im Monitoringausschuss- Steiermark unterstützen.

@ Tanja Kügerl

Heinz Sailer, geb. 23. Juni 1965 in Graz
Ausbildung: Bürokaufmann, Qualitätssicherung
Tätigkeit: Verein DIE BRÜCKE, SL-Stmk, Behindertenbeirat der Stadt Graz

Ich sitze seit 33 Jahren im Rollstuhl und habe die Entwicklung der Barrierefreiheit in Graz hautnah mitterlebt. Auf Grund dieser Erfahrung ist es für mich wichtig, dazu beizutragen, dass Barrierefreiheit zum Selbstverständnis in unserer Gesellschaft wird.

© Katie Hudson Photography

Mein Name ist Matthias Grasser!
Ich bin Rollstuhlfahrer, Vater von 2 Kindern und Inklusionsbotschafter.
Auf Grund eines Sauerstoffmangels bei der Geburt bin ich Spastiker und auf die Hilfe eines
elektronischen Rollstuhls angewiesen.
Ich durfte seitens meiner Eltern eine sehr offene, tolerante Erziehung genießen und bekam dadurch trotz meiner Behinderung nur selten Einschränkungen zu spüren. Dank ihres eifrigen Einsatzes durfte ich meinen eigenen Bildungsweg einschlagen, der mich durch Volks-, Haupt- und Handelsschulen führte, bis hin zu der abgeschlossenen Ausbildung als Behindertenbetreuer.
Mein eigener Lebensweg war für mich stets Motivation und Antrieb mich vor allem für andere
Menschen mit Behinderung, deren Rechte und für ein selbstbestimmtes, gleichgestelltes Leben
einzusetzen.
Durch meine Mitarbeit am aXe Körpertheater und InTaKT konnte ich den kulturellen Aspekt des
Sozialbereichs unterstützen und aufleben lassen. Dies ermöglichte mir wiederum die Gesellschaft aus einer anderen Perspektive zu sehen und trug maßgeblich zu meinem Wachstum bei.
In meiner Zeit in Oberösterreich konnte ich beim lokalen Fußballklub Vereinsabläufe und den
Spielbetrieb tatkräftig unterstützen.
Zurück in Graz engagiere ich mich nun verstärkt auf mit dem Fußball verbundene Tätigkeiten und bin seit Dezember 2019 einer von drei Inklusionsbotschaftern des SK Sturm Graz.
Seit Jänner 2020 trainiere ich E- Rollstuhlfußball bei den Powerpanthers und kann dadurch endlich meiner Leidenschaft für diesen Sport selbst aktiv als Spielender nachgehen.
Da die Initiatoren der Powerpanthers über meine Fußballleidenschaft Bescheid wussten, traten sie an mich heran und fragten mich ob ich mir vorstellen könnte die Leitung dieses Vereins zu
übernehmen und die Powerpanthers weiter aufzubauen, sie österreichweit zu etablieren und den Sport des „E- Rolli Fußballs“ bekannt zu machen. Dieser neuen Aufgabe werde ich mich ab
Sommer 2020 mit vollem Elan stellen.
Den Spagat zwischen dem Dasein als Inklusionsbotschafter und Vater von zwei Kindern versuche ich mit Hilfe von Familie, Freunden und Assistenten lebensbejahend zu meistern.
Mit meinem neuesten Projekt: Kultur inklusive und dem Verein IKS, mit dem ich auch Jährlich
das InTaKT Festival veranstalte, unter anderem im Rahmen von Graz 2020 stand ich vor der
Kamera als Modell für das Magazin DES GUTEN LIEBEN.
Ich hoffe ein Beispiel dafür sein zu können, dass Inklusion funktioniert und gelebt werden kann.

@ Matthias Grasser

Michaela Wambacher (* 1961 in Wels) ist Mutter von zwei erwachsenen Söhnen und alleinerziehende Großmutter eines Enkelsohns, gelernte Architektin (Diplom 1998, TU Graz) und Expertin aus Erfahrung mit psychischen Erkrankungen (Betroffenen und Angehörige). Um Menschen mit psychischer Beeinträchtigung rasch und niederschwellig unterstützen zu können und der Stigmatisierung von psychischer Erkrankung in der Gesellschaft entgegenzuwirken, gründete sie gemeinsam mit Kurt Senekovic (Obmann) und einigen MitstreiterInnen im Jahr 2006 den Verein Achterbahn, die steirische Plattform von und für Menschen mit psychischer Beeinträchtigung (www.achterbahn.st), in dem sie seither als Vorstandsmitglied und seit 2012 auch als Pressesprecherin sowie Projektmanagerin tätig ist.
Als Mitglied im steiermärkischen Monitoringausschuss für Menschen mit körperlichen, intellektuellen und psychischen Behinderungen setzt sie sich für die Bedürfnisse von Menschen mit psychischer Beeinträchtigung mit dem Ziel der Entstigmatisierung und nachhaltigen Inklusion von Betroffenen in der Gesellschaft und für ein gedeihliches Zusammenleben in Vielfalt ein.

© Michaela Wambacher

 

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Steiermärkische Landesregierung: Abteilung 11 Soziales, Arbeit und Integration, Amt der Steiermärkischen Landesregierung

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Jürgen Tatzgern studierte Rechtswissenschaften an der Karl-Franzens-Universität in Graz und ist seit 2009 in der Abteilung 11 – Soziales, Arbeit und Integration des Landes Steiermark tätig. Seit 2016 leitet er das Referat Behindertenhilfe in der Abteilung.

© Jürgen Tatzgern

Steirische Hochschulkonferenz

Die zwei von der Steirischen Hochschulkonferenz zu nominierende Vertreterinnen/Vertreter der wissenschaftlichen Lehre, wobei die Lehrtätigkeit einer Vertreterin/eines Vertreters das Gebiet der Menschenrechte umfassen muss, mit den Ersatzmitgliedern sind:

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Mag. Dr. phil. Martin J. Gössl, geb. 1983, studierte Geschichte an der Karl-Franzens Universität Graz. 2010 promovierte der Zeithistoriker im Fachbereich der Gender/Queer Studies. Seit 2009 trägt er Verantwortung für „Gleichbehandlung und Vielfalt“ an der FH JOANNEUM Graz und ist dabei in den Bereichen der Verwaltung, Lehre und Forschung tätig. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen die gesellschaftliche Vielfalt, Gleichberechtigungsbewegungen, Gender und Queer Studies.

„Als Beauftragter für Gleichbehandlung und Vielfalt an der FH JOANNEUM sind für mich Themenbereiche der Diversität sowohl theoretisch als auch praktisch Teile meiner täglichen Arbeit. Und genau darin liegen die Spannungsfelder. Das Wissen um Gleichstellung, Emanzipation, Inklusion, Empowerment und Ermächtigung hat sich in den letzten Jahren vervielfacht. Gerade ein Austausch auf internationaler Ebene war und ist äußerst produktiv. Jedoch benötigt es viel Engagement, kritische Inputs und eine stetige Fokussierung auf Themen in der Praxis um eine Änderung zum Positiven herbeizuführen. Genau dies soll und muss unsere Rolle im Ausschuss sein; heute als auch morgen.“

Mag. Dr. Martin Gössl
© Katie Hudson Photography

 

Für Menschen mit Behinderungen

Piktogramm über die Arten von Behinderung. Mit Klick darauf öffnet sich eine Datei, welche genauer beschreibt, welche Behindertenarten vertreten werden.
Zur Beschreibung - Hier klicken

Ihre Erfahrung zählt!

Für die Tätigkeit des Monitoring­ausschusses sind Anregungen, Wünsche und Beschwerden aus der Bevölkerung wichtig. Menschen mit Behinderungen und jene, die sich in deren Dienst stellen, wissen meist aus Erfahrung, welche Gesetzes­regelungen nicht funktionieren und haben unter Umständen Verbesserungs­vorschläge. Sollten Sie eine Stelle im Gesetz kennen, die nicht der UN-BRK entspricht oder Verbesserungs­vorschläge haben, dann schreiben Sie uns bitte eine Nachricht per E-Mail (office@monitoring-stmk.at).
Wir kümmern uns ent­sprechend unseren Möglich­keiten um Ihr Anliegen!

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